Heimatverein Affalterthal e.V.  

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Kirchweih in Affalterthal 2017

   

AFFALTERTHAL. Am vergangenen Wochenende feierte man im Dorf Kirchweih. Traditionell ausgerichtet wird sie von derzeit zehn jungen Männern und ihren Damen, wobei seit einigen Jahren eine Besonderheit herrscht: Die eine Hälfte der Kirchweih wird im Mehrzweckhaus gefeiert, die andere Hälfte der Kirchweih im Dorfwirtshaus.

    
   

Mit grauem Sweetshirt  und schwarzen Hut an der die „dicke Berta“- Zigarre hängt, begann die Kirchweih schon am Freitagabend mit dem “Einsingen“ im Wirtshaus Dietel. Es wurden alte Lieder und „Gstanzl“  gesungen, die schon Generationen vor Ihnen in gleicher Manie sangen, um sich auf die Kirchweih einzustimmen. Am Samstag wurde der Kirchweih-Baum umgesägt, standesgemäß mit einem Eicher ins Dorf gebracht und unter dem Singen alter Liedstrophen am Dorfplatz gegen 15 Uhr aufgestellt. Danach wurde im Mehrzweckhaus bei fränkischer Blasmusik gefeiert. In diesem Jahr spielten wieder die „Gaiganzer Musikanten“ beim Aufstellen und auch abends.

    
   

Der Sonntag begann mit dem Festgottesdienst, gehalten von Ortspfarrer Michael Maul und begleitet vom Posaunenchor. Nach dem Frühschoppen im Wirtshaus zogen die Kerwaburschen von Haustür zu Haustür und sammelten Geld, das mittlerweile vor allem für die Saalmiete und für die Musikgruppen ausgegeben wird. Ein Eicher-Traktor, die Affalterthaler besitzen mehr als 30 dieser funktionstüchtigen Oldtimerbulldogs, an dem ein alter Heuwagen mit der Kerwamusik hängt, begleitet die Burschen durchs Dorf um Geld zu sammeln, was mehrere Stunden dauert. Anschließend zieht der Pulk ins Wirtshaus ein. Hier sorgt die siebenköpfige Blasmusik bis zum späten Abend für ausgelassene Stimmung in der selten gewordenen „Wirtshauskirchweih“.

    
   

Man muss sich das so vorstellen: ein kleiner Raum mit Platz für normalerweise 40 Leute an fünf Tischen. Ein Tisch ist schon belegt mit der siebenköpfigen Blasmusik samt Schlagzeug, bleiben 30 Plätze. Dazu kommen nach und nach etwa 40 Leute, die sich um die Tische scharen und irgendwo auf einem Zipfelchen Holz versuchen, Platz zu finden. Es ist eng, sehr eng, es ist kaum genug Raum für die Wege der Bedienung mit ihren Getränken und dem Essenstablett zu den Tischen. Die Fensterscheiben laufen innen an und während draußen noch Reste vom Herbststurm Herward tobten, spielt drinnen die Blasmusik böhmische und fränkische Volksmusik: Die Leute singen mit oder schwelgen in Erinnerungen oder versuchen sich mit dem Nachbar zu unterhalten. Es ist sehr laut, obwohl die Musik ohne Verstärker spielt. Das wissen alle die da sind schon im Voraus. Trotzdem sind alle wieder gekommen, weil während des Abends eine ganz besondere Atmosphäre entsteht: Sie werden Teil des Ganzen; ein organischer 40-gliedriger Körper, der im Rhythmus der Musik schwingt und allen die da sind suggeriert: Wir sind einer Meinung, weil uns das gefällt und wir sind deshalb eine Gemeinschaft. Höhepunkt des Abends sind  die Franken- und die Bayern- und die deutsche Nationalhymne: Wenn die gespielt sind, dann ist Feierabend, danach gehen die Leute nach Hause, derweil die Kerwaburschen, aufgeheizt durch die Aktivitäten des Tages, die Nacht nur langsam ausklingen lassen - mit modernen Schlagern aus einem Ghettoblaster.

   
   
Am Montag war üblicherweise der Endspurt für die Kirchweih. Zum Frühschoppen spielten die „Wiesenttaler“ aus Hollfeld, der Mehrzwecksaal war wegen des folgenden Feiertages  mit „Brückentagfreinehmenden“ gut gefüllt. Am Abend wurde der „Kerwakönig“ ermittelt. Dazu marschierten die Kerwaburschen mit ihren Mädchen unter musikalischer Begleitung der „Kleeblätter“ zur Dorfwiese. Dort liefen sie bei Fackelschein etliche Minuten lang um den Kirchweihbaum. Dabei wurden „Kirchweih-Gstanzl“ gesungen und ein Blumengesteck von Paar zu Paar weiter gereicht, bis ein vorher eingestellter Wecker zu schellen begann. Wer zu dem Zeitpunkt das Gesteck in Händen hielt, wurde Kerwakönig. Heuer ist es Manuel Löhrl mit seiner Begleiterin Jana Hofmann. Die Kerwaburschen in diesem Jahr waren: Thomas Deinhardt, Florian Dietel, Benjamin und Bruder Philipp Gemählich, Christopher Backof, Roman Müller, Sebastian Porisch, Julian Walz, Bastian und Bruder Manuel Löhrl, Deuerlein Lukas.