Heimatverein Affalterthal e.V.  

Dorfgeschichte

Vereinsgeschichte

Vereinsmitglieder

JHV

Bericht 1. HV

Vorstandsliste

Publikationen

Veranstaltungen

Impressum

Home

(C) 2000-2016

Dorfgeschichte

Aff-alter-thal ] Ansichten ] Publikationen ] Brauchtum ] Franzosen ] [ Ortsbeschreibung ] Schulchronik ] Zeittafel ]


Affalterthaler Ortsbeschreibung

Das Wappen: Unter von Schwarz und Silber gespaltenen Schildhaupt, gespalten von Silber und Rot, belegt mit zwei Äpfeln an gekreuzten, beblätterten Stielen in verwechselten Farben.


Affalterthal ist bereits 1290 im Besitz der Herren von Egloffstein genannt, wo es bis zum Ende des alten Reichs (Säkularisation, Anfang 1800) verblieb. Noch bis kurz vorher hatte die Familie das Patronat der dortigen Pfarrkirche inne. Die hohe Gerichtsbarkeit stand immer dem Hochstift Bamberg zu. Die Farben im Schildhaupt des neuen Gemeindewappens (seit 1971) sind dem Familienwappen der Egloffstein entnommen (Schwarz und Silber). Während die Farben Silber und Rot auf das Hochstift Bamberg hinweisen, sollen die beiden Äpfel den Ortsnamen symbolisieren, der als "Tal, in dem es viele Apfelbäume gibt" gedeutet wird. Aus: Die Wappen der oberfränkischen Landkreise, Städte, Märkt und Gemeinden. In: Die Plassenburg, Band 48, 1990.

Älteste nachweisliche Erwähnung bisher. Abt Heckard von Kloster Weißenohe ließ sich am 15. Mai 1195 von Papst Celestin III. die Besitzungen des Klosters in einer Bulle bestätigen. Darunter den Ort "Affaltertal mit 4 Sölden". Aus: Looshorn, die Geschichte des Bistums Bamberg, Band II, Seite 478, Nachdruck der Ausgabe von 1886.

Affalterthal, auch Affterthal. Dorf im Umfange des Bambergischen Amtes Leyenfels mit einer evangelischen Pfarre, und von Egloffsteinischen, Nürnbergischen und Bambergischen Unterthanen bewohnt. Letztere gehören zum Bambergischen Amte Leyenfels; die Dorfs- und Flurherrschaft steht denen von Egloffstein, die Zent dem Bambergischen Amte Pottenstein zu. Aus: Bundschuh. Geografisch- Statistisch- Topographisches Lexikon von Franken. Ulm 1799.

Affalter oder Affalterthal Bbg. Prot. im Landgericht Gräfenberg hat 340 Einwohner und gehört zum Egloffsteinischen Patr. Gericht Kunreuth. Um 1544 suchte der kath. Pfarrer Erhard Thailer die prot. Lehre einzuführen weswegen er von dem Bamberger Bischof zur Verantwortung gezogen wurde. Sein Nachfolger Martin Kobmann vollendete dieses Werk und von dieser Zeit an behaupteten auch die von Egloffstein das Patronatrecht über Kirche und Pfarrei, welche wahrscheinlich aus einer Egloffsteinischen Schlosskaplanei entstand. In den Jahren 1682 und 1722 brannten sehr viele Gebäude ab. Aus: Joseph Heller, Muggendorf und seine Umgebungen. Bamberg 1829. Nachdruck bei Palm und Enke, Erlangen 1979.

Affalterthal. Hier stand das zweite Stammschloss der Egloffsteiner, das Schloss Agilulfstein. Seine Entstehung geht bis in das 12. Jh. zurück. Nach handschriftlichen Aufzeichnungen, die sich im Archiv des Schlosses Egloffstein befinden, erscheint in einer Stiftungsurkunde vom Jahre 1130 als Zeuge ein Otto von Affalter (Abk. für Affalterthal) der sich nach damaliger Sitte nach seinem bei Affalterthal gelegenen Schlosse benannte. Dieses Schloss, heißt es in der genannten Aufzeichnung, lag am südlichen Hang des Brunnwiesenthales, genau 850 Meter nordwestlich der Kirche von Affalterthal. Von wem und in welchem Jahr dieses Schloss erbaut worden ist, wissen wir leider nicht, wie auch über das Schicksal desselben keinerlei zuverlässige Nachrichten vorliegen.

 Man weiß nur, dass es bis zum Jahre 1610 als "Deutsches Schloss" bezeichnet wurde, welche Benennung man dahin zu deuten versucht, dass man dies für eine unverkennbare Hindeutung auf die deutsche Herrschaft, im Gegensatz zur slawischen Bevölkerung auslegt. Letztere wurde bekanntlich unter Karl dem Großen in der zweiten Hälfte des 8. Jh. scharf bekämpft. Der Kaiser eroberte um das Jahr 782 die Wenden im Radenzgau und Maingau und verleibte diese Landstriche als 19. Gau seiner Provinz Ostfranken ein. Fränkische Edelleute und Grafen mussten hier die Wälder ausroden und urbar machen. Auf diese Weise entstanden in unserer Gegend zahlreiche Edelsitze und Ortschaften, die durchwegs die Namen ihrer Begründer trugen, unter Anfügung der Endsilben, -heim, -haus, -hof, -reut, -stein, -feld, -tal usw. Aus diesen Besiedelungsverhältnissen heraus dürfte auch das "Deutsche Schloss" zu Affalterthal entstanden sein. Eine herrschaftliche Kapelle hat zu "Affaltern" schon im Jahre 1071 bestanden. Der größte Teil der Bieberbacher Einwohner dürfte schon damals eingepfarrt gewesen sein. Aus: Heimatführer der Nürnberger Zeitung, Teil 3, Fränkische Schweiz. Buchverlag Spandel Nürnberg, 1934.

Die Pfarrei Affalterthal ist urkundlich seit 1375 bezeugt, vor dieser Zeit gehörte der Ort zur Pfarrei Pretzfeld. Das jetzige Gotteshaus (ev.-luth.) wiederholt erweitert und erneuert, ist etwa 250 Jahre alt, der Chorraum Im Turmgeschoss ist noch gotisch. Wertvoll in der Pfarrkirche, um die herum bis 1794 der Friedhof lag, sind der Kurzifixus über dem Altar, die mit herrlichen Schnitzereien versehene barocke Kanzel und die Engelsfigur am Taufbecken. Zur Pfarrei gehören 20 Ortschaften. 1957 errichtete man einen Betsaal in der alten Pfarrscheune, in dessen Eichenholztür die zehn Gebote eingelassen sind. Eine Kapelle mit Leichenhalle befindet sich auf dem idyllisch gelegenen Friedhof. 

Von dem nordöstlich von Egloffstein auf der Hochfläche gelegenen Pfarrdorf Affalterthal, das schon im 12. Jh. Egloffsteinisch gewesen ist, erzählt man sich, dass auf einer Felskuppe nordwestlich des Dorfes, in der Waldabteilung "Altes Schloss", eine Burg derer von Egloffstein gestanden sein soll, die Burg "Agilulfesstein". Urkundliche Nachweise darüber besitzen wir nicht. Der Bamberger Archivar Paul Oesterreicher nennt einen 1184 erwähnten "Heinrich vom Stamm des Agilulf oder von dem Egloffstein" . Aus: A. Sieghardt. Fränkische Schweiz. Glock und Lutzverlag, Nürnberg 1971. 3. Auflage.

Affalterthal, das Pfarrdorf, liegt einige Kilometer von Egloffstein entfernt an der Strecke nach Gößweinstein. Wegen seiner hübschen Lage inmitten von Obstwiesen und in gesunder Höhenluft erfreut es sich seit einigen Jahren eines steigenden Fremdenverkehrs. So manche Großstädter, die den Kurort Egloffstein kennen oder dort zur Kur weilen, besuchen das Dorf, um seine sonnige Lage und ländliche Stille zu genießen. Die Dorfkirche (ev.-luth.) ist im Kern noch spätmittelalterlich. Eine Kirche wird jedenfalls 1375 erwähnt. Eigentliche Pfarrei wird Affalterthal 1437. 1580 wird der Turm erhöht und das Langhaus vergrößert. Die barocke Haube erhielt der Turm in Zusammenhang mit anderen Bauarbeiten an ihm um 1720. An der Innenausstattung sind bemerkenswert ein Kruzifixus an der Chorstirnwand, ferner ein Apostel Paulus und ein Taufengel, alle um 1700 herum. Vor allem aber die Kanzel aus der gleichen Zeit mit reichen Schnitzereien. Auch einige hübsche Fachwerkbauten besitzt der Ort. Von dem einstigen Burgstall "Altes Schloss" sind nur noch spärliche Mauerreste vorhanden. Es dürfte sich um den Sitz eines 1130 schon genannten "Otto von Affaltert" handeln. Vorhandene Grabspuren weisen auf einen Festungswall hin. Aus: Wilhelm Malter: Oberfranken-West. Glock und Lutzverlag Nürnberg. 2. Auflage 1984.