Heimatverein Affalterthal e.V.  

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Affalterthal - Die Entstehung des Namens

Do wu heut des Dorf Aftertool is, wor vor ewichlonga Zeit bluß a aanzicha grusser Bauernhuuf gstandn. Der hot kann Nooma ghatt und hott an staareichn altn Bauern ghört. Der Bauer hott drei Bumm ghatt, die scho längst drauf gluurt hamm, daß ihne der Alt sei Zeuch übergibt. Obber der hot ums verreckn net gmöcht.

Die Junga hamm hinter sein Rückn scho lang miterernander gred und beroten, wie sie ihrm Varrer zum taaln überedn könne. Desweng ham sie on an schön Toch ausgmacht, daß der Jüngst, der wu an Altn sei Liebling wor, zu ne song söll, daß er mit ihne endli taaln söll. Der Jung is also no ze sein Vorrer und hot gsocht "Siggst Vorrer, du bist etz schon a alter Moo, wos willstn diich nu weiter mit deim haufen Zuech rümblong? Miir drei Bumm senn jung und kräfti und könntn die Wertschaft mit Leichtikeit versääng. Sei halt so gut und taal dei Sach mit uns!" Der Alt obber hott so geto, als wenner net gut hörn könnet und hott gor nix drauf gsocht, blus mitm Kupf hott er gschüttelt und hott oohgwunkn. Noch aner gwissen Zeit is der zweitöltest zu ihm gange und hott a auf ihm neigritt. Der is scho a weng deutlier worrn wie der Kla. "Host ghört Alter", hott er gsocht, "wos isn etzer eigentli mitm taaln? Host nonni gnuch, alter Kniibohrer? Ich maa halt, etz wär Zeit, daßt dii hinter dii Ufferbänk setzest, daß dii auf die vier hintern Buchstobn hockst und dast uns dei Lumpäzeuch zuschreim detst". Die Reed isn Alten die Nosen naufgforn, obber als Antwort hott er blus zwaa Wörter gsocht: "An Pfeufferdreeck".

Jetzer woor blus nu der Öltst vo die Bumm übrig, a rechter Haabücherner allerwaal. "Brüder", hott er gsocht, "dem Altn wer jetzt ii amol gscheit mei Meinung song". On an schön Toch wor der Öltst mit seim Vorrer allaans aufn Föld und hottn wecher derer Gschicht glei oogfoorn. "Alter Randandi" hotter gschriee "ich glaab du hörst net recht; dir wer ich amol die Löffl ausputzn münn! Manst denn, du lebst ewig? Aff, alter, taal! odder du grigsdes mit uns drei ze too!" Do is es dem Alt‘n eiskollt an Buggel nuntergloffn und vor lauter Angst hotter den Huuf übergem. Wie die Bumm den Huuf ghatt ham, hammse redli taalt und sie jeder a Haus baut. Etzer hamms auf amol ä Dorf ghattn und do derfür hamser etzer an Noomer braucht. Do ist dem Öltstn widder eingfalln, wie schwer des Überschreim gange is. Desweng hott er gmaant: "Song mer halt zem Dorf Aff-alter-thal".

Anmerkung des Nacherzählers: Der Name des schönen Ortes Affalterthal in der Fränkischen Schweiz, unweit Egloffstein, im Volksmund "Aftertool", wird bereits 1303 erwähnt. Er bedeutet: "Apfelbaumtal", vom althochdeutschen apholdra, affaltera; mittelhochdeutsch apfalter=Apfelbaum.

Aus: Die Fränkische Schweiz, Vereinszeitschrift des FSV, Heft 2, 1927. (Dem Volksmunde abgelauscht und in Mundart wiedererzählt von Adam Ziegelhöfer, Bamberg)